Die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland 1963 und ihre Bedeutung für beide Länder und für Europa Es ist kein rundes Jubiläum, das den Blick auf den Élysée-Vertrag von 1963 lenkt. Und doch lohnt es sich gerade heute, sich mit diesem deutsch-französischen Freundschaftsvertrag zu beschäftigen. Der Vertrag markierte einen historischen Wendepunkt: Nach Jahrhunderten von Misstrauen, Kriegen und nationaler Feindschaft entschieden sich Deutschland und Frankreich bewusst für einen neuen Weg. Aus Gegnern sollten Partner werden – auch als Grundlage für ein friedlicheres und geeinteres Europa. Der Vortrag blickt auf die Vorgeschichte dieses Vertrages und zeigt, wie lange die Vorstellung einer angeblichen „Erbfeindschaft“ das Verhältnis beider Länder belastete. Im Mittelpunkt stehen außerdem die politischen Entwicklungen um 1960 sowie die Rolle von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer. Beide zogen aus der leidvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts die Lehre, dass Europas Zukunft nur im Miteinander liegen konnte. Gerade heute ist dieser Blick zurück hochaktuell. Europa steht erneut unter Druck: durch internationale Krisen, unsichere Bündnisse und nationalistische Bewegungen in vielen Ländern. Auch Entwicklungen wie der Rassemblement National in Frankreich oder die AfD in Deutschland zeigen, dass Denkweisen wieder an Einfluss gewinnen, die man lange überwunden glaubte. Der Vortrag fragt deshalb nicht nur, was 1963 geschah. Er fragt auch, was die deutsch-französische Aussöhnung uns heute noch zu sagen hat – für Deutschland, für Frankreich und für die Zukunft Europas.
1 Abend, 06.10.2026 Dienstag, 19:00 - 21:00 Uhr,
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